Naturschutzgebiet Neusiedlersee …

Der Neusiedlersee liegt ja zwischen Österreich und Ungarn, wobei drei Viertel auf der österreichischen Seite liegen.

Der See hat eine Fläche von ca. 320 km² (variiert, je nach Wasserstand) und ist größtenteils umsäumt von einem natürlichen Schilfgürtel (ca. 180 km²) …. die umfassende Flora und Fauna lädt hier zum Spazierengehen und Fotografieren ein. Beide Seiten,  die der Österreicher und die der Ungarn haben eine Menge zu bieten.

Eigentlich sah es lange gar nicht gut für den Neusiedler See und dessen Umgebung aus. Durch Entwässerung, Ackerbau und Bebauung der Gebiete um den Neusiedlersee wurde viel von seinem Ursprung zerstört. Die Salzlacken und andere natürliche Feuchtgebiete  trockneten aus, was sich bei Flora und Fauna schnell bemerkbar machte. Pflanzen und Tiere verschwanden aus einigen Gebieten vollends. Diese ehemalige Niedermoor liegt größtenteils auf der Ungarischen Seite, westlich des Sees. Der nördliche und östliche Teil wird zu großen Teilen für Viehwirtschaft, Wein- und Obstanbau genutzt.

Hierzu muss man wissen, dass das Gebiet um den Neusiedlersee einzigartig ist. Man findet hier Pflanzen und Tiere  aus alpinen, asiatischen, mediterranen und nördlichen Gebieten Europas und das in einem Artenreichtum auf kleinsten Lebensraum. Das Gebiet um den Neusiedlersee umfaßt verschiedene, großflächige Feucht- und Wiesengebiete, Weideflächen, Trockenrasen, Sandsteppen und Salzlacken. Gerade um diese Gebiete ging es, als man beschloss hier einen Nationalpark zu gründen.

Zur Zeit als die Gründung im Gespräch war, das war so 1992/93, gehörten die Gebiete um den Neusiedlersee  weder dem Land noch dem Staat, sondern mehr als 1000 Grundeigentümern. Diese bekommen heute größtenteils eine jährliche Aufwands- bzw. Ertragsentschädigung.

Der südliche und östliche Teil auf der ungarischen Seite stammen aus der Stiftung Esterhazy oder sind im Besitz von Urbarialgemeinden (Agrargemeinschaften).

In Illmitz (Österreich) gibt es eine Naturschutzbasis von wo aus auch geleitete Führungen statt finden. Es liegt am nördlichen Ortsrand und ist nicht zu übersehen. Gegen ein geringes Entgelt gibt es Führungen zu den Wieseln, zu den Bienenfressern oder auch ’nur‘ in die Nationalparks und Salzlaken rund um den Neusiedlerseee. (www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at)

Die Buchung kann über das Internet, telefonisch oder vor Ort getätigt werden. Wichtig: Immer eine Telefonnummer hinterlassen und einen Alternativplan parat haben, denn es kommt vor, dass die Exkursionen abgesagt werden, mangels Teilnehmer oder auf Grund schlechten Wetters.

Die Ranger bringen diverse Spektive und Ferngläser mit, so dass auch Leute eine Chance haben etwas zu sehen, die nicht über so ein Equipment verfügen.

Das ganze Gebiet um den Neusiedlersee ist in verschiedene Zonen unterteilt. Die „Naturzonen“ werden nicht genutzt oder gepflegt und sind auch für die Besucher tabu, in den „Bewahrungszonen“ haben die Besucher zutritt. Es gibt gute Ausschilderungen, einige Informationstafeln, Aussichtstürme / -plattformen und Exkursionsprogramme werden angeboten, welche man buchen kann.  Bis auf wenige Teile lassen sich alle Bewahrungszonen mit dem Auto anfahren. Hierbei sind auf die Geschwindigkeit und Gänsefamilien zu achten. Aber auch zu Fuß, zu Fahrrad oder gar zu Pferd bietet sich ein Ausflug an. Es gibt ausgeschilderte Wander-, Fahrrad- und Reitwege. Gebiete, welche nicht betreten werden dürfen sind besonders gekennzeichnet (aber es gibt leider immer wieder Leute, die sich nicht daran halten).

Im Frühjahr und im Herbst treffen sich hier viele Vogelarten zur Zwischenrast auf der Reise in den Norden oder Süden aufeinander. Um den Neusiedlersee leben mehr als 300 Vogelarten, ca. die Hälfte davon sind Brutvögel in der Region. Seltene Sorten wie Pirol, Bienenfresser, Purpurreiher oder See- und Kaiseradler sind hier anzutreffen. Ein wahres Paradies für Vogelfreunde und Naturfotografen.

TIPP 1: Als Empfehlung gilt hier die Nutzung eines Statives, Brennweiten ab 400 mm oder den Einsatz eines Spektives. Das Nutzen von Tarnzelten und -vorrichtungen ist verboten. Gute Ergebnisse habe ich mit der Fotografie aus dem Auto heraus gemacht. Die meisten Tiere sind die Autos gewohnt.

TIPP 2: Die Bienenfresser kann man hervorragend in der Sandsteinwand aus der Ansitzhütte heraus fotografieren. Ich hatte noch das Glück einen Nistplatz von einem Turmfalken mit Nachwuchs auszumachen. Bilder und Beschreibung findet man unter TIPPs!

Aber auch Liebhaber von Säugetiere, Amphibien und Reptilien sowie Schmetterlingen und Gliederfüsslern werden hier fündig. Mehr als 150 Schmetterlingsarten, über 40 Säugetierarten und diverse Schlangen und Kröten wurden hier gezählt und nachgewiesen. Sogar eine Tarantelart, die ‚Südrussische Tarantel‘ wurde hier gesichtet. Auch sind seltene Orchideen (Frauenschuh, Sumpf-Glanzkraut) anzutreffen.

Zu den 40 Säugetierarten gehört auch das hier weit verbreitete Ziesel, ein Verwandter des afrikanischen Erdhörnchens, nur wesentlich kleiner. Man findet ihn in großen Familienverbänden, wobei einige immer Wacher ahlten, während der andere Teil spielt oder Nahrung aufnimmt.

TIPP 3: Bilder, Beschreibungen und interessante Gebiete für tolle Aufnahmen findet Ihr wieder unter TIPPs.

Leider hatte ich nur eine kurze Woche für das Gebiet um den Neusiedlersee, aber es war bestimmt nicht die letzte. Der Besuch in diesem wunderschönen Gebiet lohnt sich bestimmt. Ideal auch für Familien, denn es gibt auch Angebote wie Ferien auf dem Bauernhof, Reiterferien … und das Thema Wellness (Massagen, Pediküre, Maniküre) sowie Outlets ist auf der ungarischen Seite auch nicht ohne …

 

 

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