Ungarn 2011 – Ein Land im Wandel der Zeit …

Wir waren in Juni das erste Mal seit vielen Jahren wieder einmal in Ungarn. Diesmal wählten wir die Gegend um den Neusiedlersee zum „Urlauben“. Als Unterkunft und Ausgangsbasis diente uns ein wunderschönes Hotel (Hotel „Gibraltar“, siehe HRS) in Sopron. Dieses Hotel liegt etwas oberhalb der Stadt, ist ruhig gelegen, modern eingerichtet und nur 10-15 Minuten Fußmarsch von der Altstadt entfernt.

Zimmer mit Sitzecke, TV-Anrichte und Bett

Der erste Eindruck von der Lage des Hotels enttäuscht im ersten Moment, da dort die Straßen und viele Häuser baufällig sind. Aber dies wird sich in absehbarer Zeit ändern. Viele Anwohner waren fleißig dabei, Ihr Häuschen zu renovieren und zu streichen. Es sollte einen nicht abschrecken, denn die zentrale Lage ist dafür hervorragend.

Die Zimmer sind groß, modern eingerichtet und verfügen über ein Bad mit Dusche und WC. Neben einem großen Kleiderschrank  befand sich auch noch ein kleiner Schreibtisch im Zimmer. Es war alles sehr sauber und gepflegt. Alle Zimmer verfügen über einen Internetanschluss bzw. WLAN.

Schreibtisch und KleiderschrankDas Hotel verfügt über einen gesicherten Parkplatz direkt hinter dem Haus. Durch einen separten Eingang gelangt man in das Treppenhaus. Alle Zimmer verfügen über einen Tresor und Sicherheitstüren mit Code und Karte.

Das ganze Hotel und dessen Anlage ist sehr sauber und ruhig gelegen. Direkt hinter dem Haus befindet sich eine Terrasse, welche zum Verweilen (vielleicht bei einem Gläschen Wein) einlädt. Der Blick geht ins Grüne und man schaut über die Dächer der Altstadt.

Die Terrasse ...Das Hotel bietet Übernachtungen mit Frühstück. Das Frühstück besteht dann aus Brot/Brötchen, etwas Aufschnitt, Käse und Konfitüre, 2-3 Gurkenscheiben, etwas Paprika (leider wiederholt sich das jeden Tag). Zusätzlich gibt es Müsli und Cornflakes mit Milch oder frischem O-Saft.

Vermisst haben wir, dass es keine Möglichkeit gab das Frühstück zu variieren bzw. zu erweitern (gegen Aufpreis) z.B. durch Rühr- oder Spiegelei … oder auch nur ein gekochtes Ei.

 

Sopron hieß zu DDR-Zeiten auch Shopron (Shoppen = Einkaufen), den die Stadt lädt zum Bummeln und Shoppen ein. Tatsächlich gibt es in dieser Stadt sehr viele Zahnärzte, Wellnessstudios für Pediküre / Maniküre und falsche Nägel, aber auch Outlets haben ihren Platz.

In Ungarn wird noch in „Forint“ gezahlt, obwohl Ungarn der EU angehört. Hier kann man viel Geld sparen, wenn man immer zu den aktuellen Kursen bei Bedarf Geld bei der Bank abholt, Bankautomaten gibt es überall. der schwankt der Kurs für 1,00 Euro bei 240-250 Forint. Kauft man in Euro, so sind es zum Teil bis zu 300 Forint.

In den Seitengassen oder in Kellergewölben gibt es viele Restaurants, dort kann man für relativ wenig Geld gut Speisen. Die Getränke sind preislich sehr unterschiedlich, so bekommt man ein Bier 0,5 l zwischen 1,25-2,00 Euro. Bei Wein sind die Unterschiede noch größer …

Auch wenn hier die Gebäude und Straßen aussehen, als wäre die Zeit stehen geblieben, so findet man in den größeren Restaurants Hotspots zur kostenlosen Nutzung.

Ausserhalb von Sopron gibt es an den Ausfallstrassen viel kleine Restaurants, wo es zum Teil „Essen satt“ für 5,00 Euro gibt. Besonders zu empfehlen ist da ein kleines Restaurant etwas zurückgesetzt von der Hauptstraße, wenn man von Sopron in den ungarischen Nationalpark fährt. Dort treffen sich auch öfter die ortsansässigen Reitergruppen, welche mit ihren Urlaubsgästen Ausflüge an den Neusiedlersee machen. Hier gab es eine Pizza oder auch ein Stück Kuchen mit einer Melange für 2,50 Euro.

Je weiter man dann in Richtung Balaton fährt, um so teurer wird das Vergnügen. Unser damaliges Ziel war Heviz und das Nordufer des Balaton. Als wir diesmal in Heviz eintrafen, hatte sich vieles verändert, leider nicht nur zum Vorteil. Damals gab es am Ortsanfang einen großen unbetonierten Platz, wo Autos und Busse halten konnten. Um diesen Platz waren mehrere Holzbuden, wo man Wein, Spezialitäten, Kleidung etc. gab. Es gab Langos (eine Art flaches, in Öl ausgebackenes Weißbrot mit Knoblauch und/oder geriebenen Käse) und regionalen Wein für wenig Geld. Es machte Spaß dort in der Sonne zu verweilen und Langos mit Wein zu genießen.

Heute ist dieser Platz betoniert, ein Häuschen mit einer Schranke ziert die Einfahrt. Die Holzhütten sind modernen, gemauerten Läden gewichen. Die Fläche ist zwar fast gleich geblieben, aber die Anzahl der Buden hat sich verfreifacht. Die Ruhe ist weg, Hupen und Gezeter der sich um die wenigen Parkplätze streitenden Anwohner und Touristen füllen das Bild. Das Langos ist nur noch halb so groß und kostet (ohne Belag) das Doppelte wie früher …. schade eigentlich.

Weiter ging es entlang der Nordküste des Balaton in Richtung Tihany. Heute ist auch das Nordufer des Balaton zunehmens verbaut. Wo früher die Leute ihre kleinen Weinfelder und Äcker hatten, sind heute Häuser, Pensionen und Geschäfte mit touristischen Artikeln. Was sich nicht geändert hat, ist die Polizeipräsenz (in Ungarn gilt 0,0 Promille). Mittlerwttet mit Rararpistolen, mobilen Blitzern und amerikanischen Polizei-Motorrädern.

Das Leben ist im Allgemeinen teuer, insbesondere für die Ungarn. Diesel kostete im Juni ca. 1,70 Euro der Liter, da lohnte es sich kurz über die Grenze zu den Nachbarn zu fahren und dort für 1,31 Euro pro Liter Diesel zu tanken.

Aber nicht nur der Diesel ist hier teuer. Für den Rückweg wollten wir etwas Proviant einkaufen und fuhren zu Aldi und Lidl in Sopron. Die einheimischen Produkte waren gleich teuer, wie bei uns, aber Aufschnitt abgepackt kostete ca. 35-50 % mehr.

Wie bereits unter Tipps berichtet, gibt es aber auch überall lukrative Angebote. Wir haben über HRS unser Hotel gebucht und waren sehr zufrieden. Der Preis war ausgesprochen gut, die Zimmer groß, sauber, modern eingerichtet. In Österreich hätten wir dafür das Doppelte bezahlt.

Ich kann Sopron bzw. das Gebiet um den Neusiedlersee uneingeschränkt empfehlen. Die Natur und die Ruhe entschädigen für die weite Anreise. Es ist auch ideal als Ausgangspunkt für die Erkundung des südlichen und südwestlichen Ungarns …

 

 

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